DM Einzelzeitfahren in Streufdorf

Die beste Crew der Welt Nadine, Norbert, und Ann

Die beste Crew der Welt
Nadine, Norbert, und Ann

Letztes Jahr durfte ich bei der Straßen-DM teilnehmen, dieses Jahr hatte ich mich durch den Berliner Meistertitel „nur“ für die nationale Meisterschaft im Einzelzeitfahren qualifiziert. Das ist ja schon eine tolle Chance und für mich immer noch etwas Besonderes. Also Herausforderung angenommen! Schon allein um der „kleinen Conny“ diesen zweiten Traum von vor, naja, 20 Jahren mal zu erfüllen.


Einen Monat hatte ich mir zur Vorbereitung Zeit genommen. Ich weiß ja, dass ich im Normalfall nur im hinteren Drittel mitfahren kann, aber wenigstens das Minimalziel wollte ich schaffen. Und was soll ich sagen, ich bin in meinem Leben noch nie so viele verschiedene Intervallprogramme gefahren und inzwischen kann ich sagen, dass mein Körper sich so gut an die geometrischen Voraussetzungen meines Zeitfahrrads angepasst hat, dass wir eine Einheit aus Mensch und Carbon bilden. Check.
Zu einer guten Vorbereitung gehört ein perfektes Team. Das hatte sich schnell gefunden: Ann, Nadine und Norbert als Crew vor Ort sowie eigentlich gefühlt der ganze Velox-Verein und alle Velonistas waren bereit, mich zu begleiten und zu unterstützen. Check.
Dann kam das Rennen. Und es war eine Herausforderung auf allen Ebenen:

Bereit! Foto: privat

Bereit!
Foto: privat

Das Wetter: infernalisch! Start um 14:00 bei Temperaturen um die 34 Grad. Hätten Nadine, Ann und Norbert nicht Damenstrümpfe mit Eiswürfeln gefüllt und sie auf meinem Köper verteilt, wäre ich mit Sicherheit noch in der Aufwärmphase vom Rad gekippt.
Der Kurs: anspruchsvoll. Anstiege wie  sie in den hiesigen Landstrichen nicht zu finden sind, dazu ein paar schwierige Kurven. Insgesamt eine sehr unrhythmische Strecke, die mit dem finalen 10% Anstieg physische und mentale Grenzerfahrungen versprach.
Die Atmosphäre: nun ja, es ist halt eine DM! Profi-Teams sind am Start, es gibt Zuschauer, die tatsächlich für das Rennen gekommen sind und die BDR Offiziellen betrachten das Geschehen mit gestrengem Blick. Und ich selbst finde mich auf einer Rampe wieder, auf der kurz vorher Tony Martin heruntergerollt ist. Heiliger Strohsack!

Auf der Startrampe Foto: privat

Auf der Startrampe
Foto: privat

Kaum war ich besagte Rampe unfallfrei heruntergerollt, ging es also auf diese schwierige Strecke mit – auch das ein Novum für mich – einem Begleitwagen samt Megafonansage hinter mir. Norbert und Nadine coachten mich gekonnt  durch die schwierigen Passagen, registrierten jeden Geschwindigkeitsabfall mit mahnenden Worten und ordneten konzentriertes Fahren an. Nun ja, das mit der Konzentration war nach der Häfte der Strecke nicht mehr so selbstverständlich. Die eine Hirnhälfte hatte zu diesem Zeitpunkt die Hitze weggebrannt und die andere war vor Anstrengung durchgeglüht. Verschwommene Wahrnehmung und eine eher schlangenlinienenartige Fahrweise waren das Resultat. Irgendwie muss ich mich aber doch noch den letzten Anstieg hoch und wieder runter geschleppt haben. Ich hör Norbert und Nadine noch rufen: jetzt fahr das Ding nach Hause! Dann kommt die Ziellinie, ich fahr drüber und lieg eine Minute später japsend auf einer  Wiese, wo mir Ann erst einmal einen Eimer Wasser über den Kopf schüttet. Da ich so früh gestartet war, hatte ich die große Ehre einmal in meinem Leben eine Bestzeit bei einer DM aufzustellen. Natürlich war sie von kurzer Dauer, aber hier geht’s ja ums Prinzip.

Foto: Werner Möller

Foto: Werner Möller

Und was soll ich sagen? Ich bin nicht die neue Deutsche Meisterin. Ich hab‘ nicht mal eine Top Ten Platzierung. Ich bin Platz 26 von 46 und ich finde das großartig. Auch wenn es auf einer Profi-Skala nix ist, ist es auf der Conny-Skala eine ganze Menge. Und das ist es, was zählt.

 

 

Alles das wäre nicht möglich gewesen, wenn:
-ich nicht die fantastischste Crew der Welt gehabt hätte! Norbert, Nadine und Ann: danke, dass ihr das mit mir gemacht habt! Ohne euch wär ich da nicht hingefahren. Und Nadine extra Dank für die Profi Physiopreparation meiner Beine! Sie waren am Renntag wirklich federleicht!
– nicht der Verein Velox-Berlin bei der Logistik und den schmucken Anzügen geholfen hätte
– nicht viele kleine, aber wichtige Details zusammen gekommen wären! Danke an Bikeline für den schnellen und perfekten Bike-Check, danke an Dry-Fluid für den Turbo Kettengleitstoff und danke an die Berliner Zeitfahrcracks für einen Trainingsplan, der mir eine neue Welt der Schmerzen und Anstrengungen eröffnet hat!

2 Gedanken zu „DM Einzelzeitfahren in Streufdorf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.