Die Cross-Saison ist eröffnet

Cyclocross. Ein harmloses, fast schon elegantes kleines Wort. Unschuldig wirkt es, aber dahinter verbergen sich viele Alpträume des sommerverwöhnten Straßenradfahrers. Statt glatten Asphalt, statt Sonne und Wärme bedeutet Cyclocross: Kälte, Matsch, Nässe. Quietschende Bremsen, verdreckte Ketten, Sand zwischen den Zähnen, Wurzeln und Steine unter den Reifen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen? – erfreut sich das Crossen wachsender Beliebtheit bei Radsportlerinnen und Zuschauern, die hier so nahe dran sind wie bei keinem anderen Radrennen.

In und um Berlin hat sich die Berliner Offroad-Serie als Crossserie mit vier Läufen mittlerweile etabliert – eine tolle Sache, da die Rennen alle gut erreichbar im Berliner Umfeld liegen. Am 9. Oktober wurde die Serie mit dem Rennen in Potsdam eröffnet. In den Jahren zuvor war der Brauhausberg, von vielen wegen seiner Steigung gehasst und gefürchtet, Mittelpunkt der Streckenführung. In diesem Jahr durfte man auf eine neue Strecke gespannt sein, die die Organisatoren in der Nähe (und auch nicht ganz ohne Berge) schön abwechslungsreich gelegt hatten. Während sich die anderen Velonistas mit verschiedenen Ausreden (Rad leider nicht einsatzfähig, Handschuhe verloren, plötzlich diagnostizierte Sandallergie, Öffi-Ticket nicht auffindbar) schon frühzeitig einen gemütlichen Sonntag auf dem Sofa gesichert hatten, machte sich Conny in aller Herrgottsfrühe auf den Weg nach Potsdam. Start um 10 Uhr, davor will man ja noch die Strecke abfahren, in Ruhe Startnummern befestigen und ein bisschen den kühlen Nieselregen genießen. Da sich die Rennserie in den letzten Jahren nun fest im Berliner Rennkalender etabliert hat und das Frauenrennen inzwischen tatsächlich als Lizenzrennen ausgeschrieben ist, standen sage und schreibe über 10 Frauen an der Startlinie, also tatsächlich ein ordentliches Starterinnenfeld. Dazwischen Konkurrenz wie Jessica Lambracht und Yvonne Fiedler, die bundesweit auf Crossrennen und Podien zu finden sind. Conny also hochmotiviert, mit dem Startschuss ging es dann gleich von null auf hundert – naja, beim Cross geht es eigentlich eher auf 200. Herzfrequenz natürlich.

Während Lambracht/Fiedler gleich die vorderen zwei Plätze unter sich ausmachten, reihten sich Conny und Eileen Cannis dahinter ein. Nach einiger Rangelei um die dritte Position musste Conny Eileen ziehen lassen. Unsere Vorzeige-Velonista kämpfte sich aber so beharrlich durch die Sandpassagen des Kurses, schlenzte mal mehr, mal weniger geschmeidig um die schnellen und rutschigen Kurven, dass ihr der vierte Platz nicht mehr zu nehmen war. In diesem stark besetzten Feld ein super Erfolg und toller Auftakt!

Wir freuen uns schon auf die nächsten Rennen der Serie – hoffentlich in größerer Mannschaftsstärke und vielen jubelnden Fans am Streckenrand. Kommt doch mal vorbei, es lohnt sich wirklich!

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